Mittwoch, 24. Januar 2018

Wie soll ich da Geld verdienen? + 1903 Ratschlag von Rilke

Was für ein Zufall, dass wir uns auf eine neue Zeit hinbewegen, wo wir dachten, dass sowas wie die Einschränkung von Pressefreiheit und der Ausbau faschistische Systeme im deutschsprachigen Raum nicht mehr so leicht möglich wären und gleichzeitig das Sprechorgan Kunst sich in eine Politik der Ästhetik verwandelt hat, wo Artist-Statements mehr einer szenischen Büromelancholie von Lebensweisen einer männlich-dominierten Mittelschicht ohne Bezug zur Realität ähneln. 
Aber dazu muss man nicht mal hingehen. 
Es reicht schon der „Beistoff“ auf Instagram und Facebook, um zu verstehen was durchkommen soll. 
Es ist wohl ein völlig normales Abbild und sollte nicht kritisiert werden – wenn sich angeblich alternative Szenen in Karrieren etablieren wollen. 
Ist ja eh nicht verwerflich vom Markt eingespeist werden zu wollen. 
Wir brauchen Anerkennung und fixes Gehalt. 
Wenn die Kunst nur das reflektieren soll, was als Zeitgeist gültig ist, wird es vermutlich schwer werden, wenn es dann so richtig losgeht mit Freiheitseinschränkungen. 
Die Sprache, um mich zu äußern, ohne diese Dinge dauernd einzubauen in meinen Diskurs, fehlt mir dann. Um aus der Idee zu treten, dass das Kapital uns hilft Autonomie zu erlangen, bedarf es der Möglichkeit miteinzubeziehen, dass Wagnis und Mut zur Lächerlichkeit notwendig sind um Kunst machen. 

(eine anderen Ratschlag gibt Rilke 1903 - Ein Kunstwerk ist gut wenn es aus der Notwendigkeit entstand. ) Es sollte in jeder Kunsthochschule gelehrt werden: Wir können im „Außen“ kein vertrauenswürdiges Kunstwerk finden.







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