Sonntag, 9. Dezember 2018

The glass paintings - Text by Franca Zitta


 Looking at this series of glass paintings, we recognize scenes that depict stories and events as described in the Bible or the Koran, depicted again and again throughout visual history. Although upon a first sight it seems clear what is presented to us, it yet does not really seem to be revealed. In other words: we are used to representations of heaven, hell, of god and specific characters and scenes in religious texts, especially when appearing in order to communicate a specific (affirmative) message. They are part of a subtext, a kind of ‘moral soundtrack’, which has already been completed and is ready for the party so to speak. This clear, predetermined set of songs has been interrupted here, and it is exactly the ambiguity between the known and the altered, which enables us to re-consider Noah, Jonah & co. 

Small arrows are arranged to accompany the glass paintings and stir our views: they offer hints, suggest new visual angles, perhaps disrupt straight lines of thought. Their inherent gesture of pointing can be seen under the angle of Peircean indexicality – a pointing towards another object or topic, which remains unknown in this case. (1) This reference towards something else is echoed in one of the paintings itself. In Die Erschaffung der Welt mit einem Zirkel (The Creation of the World with a Compass), god is depicted while shaping the world with a compass. However, it here seems more accurate to look at this painting in a different manner: rather than an active, creating god, he instead seems focused on the tips of the needle, trying to recognize a direction, a hint that is indicated to him. 

This image directly references one famous illumination of the so-called Bibles moralisées (the MS 2554 from ca. 1250 that is now at the Österreichische Nationalbibliothek in Vienna) in which, like in a picture book, biblical texts are combined ambitiously, not only with an image (in a medallion), but also with short written moralisations. These manuscript illuminations thus offer paradigmatic examples of how moral messages (both verbally and pictorial) are strategically paired. (2) By looking beyond the globe, by an implied search or re-orientation, the act of creation seems weakened and relativized in the glass painting. This feeling is reinforced by small drawings and scribbles that have been added onto the glass plate, deriving from notes of the artist, which reflect generic stories like the creation, and Adam and Eve. We read fragments such as “animals and humans change”, “where is your bellybutton?”, “Eva was born a grown-up” as well as an incoherent Arabic sentence that humorously draws attention to the limited ways in which religious tales are viewed in the western world. The copper arrows have been gifted 

to the artist and in their initial purpose most likely were part of some kind of game. She has modified them by adding a middle part made of ‘cold porcelain’ (‘Kaltporzellan’), a mass formed out of corn flour, oil and glue, which receives a crispy texture when burnt. It appears as if the arrows have ‘swallowed’ different masses of meanings, which have been added onto their initial forms that remind of injection needles – ready to spread their contents and directions. Their material quality enables an easy re-arrangement of the described (gesture of) ‘pointing’, as the arrows can be stuck into different parts of the wall without effort. 

This can be seen as yet another type of relativization, standing in opposition to the one-way direction that lies behind religious messages, which are communicated in the medieval book illuminations as well as church windows (3) quoted in this series of glass paintings. The choice of colour, namely ink, which can be wiped away in a second, further emphasises the ephemeral character conveyed in the works – showing a strategy that can be considered a humorous disruption of tradition. 


Franca Zitta 


1 An example frequently referred to is smoke indicating fire. Also compare to Hausman, Carl R. Charles Sanders Peirce’s Evolutionary Philosophy, Cambridge University Press 1993, p.13. 

2 Compare to Lowden, John. “The "Bible Moralisée" in the Fifteenth Century and the Challenge of the "Bible Historiale"” in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes, Vol. 68 (2005), pp. 73-136. 

3 The stained-glass paintings are framed with soldered copper. 








Fotos: Anna Sofie Lugmeier 









Mittwoch, 1. August 2018

Samenbank - Abgabe 2018

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Montag, 21. Mai 2018

Das autonome Wesen von TAURUS

Places of Worship - Das autonome Wesen

1  GONG 

Diana:
Gebt mir bitten euren großen Zeh.

Lenny und Paul geben den Abguss ihres rechten großen Zehs.

Diana: 
Eine Theorie ist ja das der aufrechte Gang entwickelt wurde, um proteinreiche Nahrung im Sumpfgebiet zu bekommen.
Ohne den aufrechten Gang könnte man keine langen Sätze sprechen – was auch immer die Theorie dafür war, ob Sumpftheorie oder Steppengras.
Es liegt daran, dass das Lungenvolumen anders ausströmen kann.
Deshalb machen die Affen (andere Zehe und nur rudimentärer aufrechter Gang)
uhhh uhhh uhhh
und können zum Beispiel nicht
uhhhhlalalalaaaaaa sagen.
Dieses Lungenvolumen hat es möglich gemacht das wir uh la la sagen können.
Ist doch ein Wunder!

Lenny:
Bist du dir da sicher? Du kannst das nicht einfach so behaupten, ohne richtig recherchiert zu haben. Du musst schon wissen was du da redest.

Diana:
Der aufrechte Gang hat ein Verhältnis mit deinem großen Zeh.

Paul:
Das ist bestimmt der Ort im Körper, wo alles ins Gleichgewicht gebracht wird.
Vielleicht auch ein emotionaler Speicher. Immerhin macht es uns menschlich.

Lenny:
Manchmal habe ich das Gefühl mein großer Zeh spricht zu mir.
Ich hab sehr lange gebraucht bis ich meine Füße mochte, weil sie so knochig sind.

Diana:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihm vertrauen würde!

Lenny:
Unsere Instinkte wollen das wir überleben.
Die Luft ist bewegungslos und überraschend warm.

Diana:
Unsere Vorfahren waren überwiegend Analphabeten.
Die verbindliche Schriftsprache war Latein.
Denn eine übergreifende Hochsprache, wie wir sie gegenwärtig besitzen, der sich die meisten Sprecher annähern und die jedenfalls von allen Sprechern verstanden wird, existierte vor tausend Jahren nicht.
In ihrer heutigen Form ist sie das Resultat von Martin Luthers Bibelübersetzung.
Wir befinden uns nach wie vor in einer Kirche.

Paul:
Das jüngste Gericht
also böse gut und wieder zurück
Paradies oder Hölle ist der einzige Raum, den es in vieler unserer Denkvorstellungen gibt.
Diese totalitären Ansprüche sind sehr eingebrannt.
Egal ob du dich trennst von der Religion oder nicht.
Diese Dualität ist überall.

Lenny:
Das Haus Gottes, das man für ein Ganzes hält, ist in drei geteilt:
Die einen beten, die anderen kämpfen, die dritten arbeiten.
LEHRSTAND WEHRSTAND NÄHRSTAND
Man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen oder in alten Gewässern baden.

Paul:
Die Divergenz zwischen Norm und lebendiger Realität, zwischen dem Wirklichen und dem Wünschbaren ist ein uraltes Konfliktpotenzial aller gesellschaftlicher Zustände.
Daher auch immer wieder die Warnung, gegen das einmal Bestehende ja nicht zu rebellieren: Denn selten hat derjenige Erfolg gehabt; der gegen die Standesordnung rebelliert.

Diana:
Denn selten hat jener Erfolg gehabt, der gegen die Gesetze des Standes aufbegehrte.
Deiner Herkunft nach gehörst du hinter den Pflug.
Das Wort BAUER GEBURE GIBURO
Es bedeutet Behältnis, Kammer, Hütte
Ein Bauer ist zunächst jemand, der über eine eigene Bleibe, eine dauerhafte Wohnung verfügt. Ein wenig wird damit der fundamentale Unterschied zu der sehr viel älteren Nomadenexistenz des Hirten festgehalten.
Die Scheidung zwischen Hirte und Feldbauer darf als eine der ältesten Arbeitsteilungen der Menschheitsgeschichte gelten. Und als einer der essenziellsten in Bezug auf die Entwicklung menschlicher “Rangordnungen“.

Lenny:
Die Domestizierung des Bodens / ein Hektar erfinden.
Der erste deutliche Unterschied den wir wahrnahmen bei der Trennung von Natur und Kultur. 
Schließlich keine Rituale mehr brauchen um die Fruchtbarkeit zu würdigen, sondern Technik um die Ergebnisse zu erhalten die wir brauchen, um ein Update bei Überlebensformen zu erreichen – so kommen Begriffe des Besitzes, der Macht und der Gier auf.

Diana:
Dort verbirgt sich möglicherweise die Erbsünde aber die kann man heutzutage niemandem mehr übel nehmen. Also das man es sich am Hektar gemütlich gemacht hat.
Diese Vorstellung, dass es dieses paradiesische Überlebensregiment gab und wir so lange weiterzogen bis wir sesshaft wurden ist das zu einfach gedacht.
Wenn es die Konsequenz zieht das heute nur noch Konsumwelt und Entfremdung eingetreten ist. Irgendwas daran begrenzt unsere Neugierfähigkeit.

Es hat schon auch was schönes zu sehen dass etwas wächst so wie ich mir das vorstelle.
Dinge könnten zum ersten Mal wie Zuhause riechen.
Die Sprache war auf einmal eine Komposition.
Jeder Klang etwas ähnlicher.

Paul:
Das einzige, was real ist, war das Wetter. Menschheitsgeschichte hin oder her.
Eine Hube – also ein Stück Land von einem gewissen Ausmaß kann man bewirtschaften, sodass es für mehrere Personen Nahrung gibt aber das ist sehr harte Arbeit.
Keiner pflanzt für sich allein, wäre auch seltsam gewesen, oder?
Jeder zog in die Abhängigkeiten und in Ordnungen.
Alles wuchs, keiner wusste mehr wofür.
Steuer wurden eingeführt und sie zu zahlen gehörte zur guten Manier.
Wir sind ein Volk. Du bist ein Idiot und ich bin niemals wieder frei.
Die Macht hatte so viel Freiraum gekriegt wie bei einer Herr der Ringe Szene.
Wer weiß wie die erste Machthandlung ausgesehen hat?
Das liegt so fern und wiederholt sich trotzdem in allen undenkbaren Variationen.
Jede/Jeder war schon mal Teil eines Machtverhältnisses. Oft auch unbewusst.
Manche sehen es beim Ursprung von Geschlechterkonstruktionen.
Eva soll angeblich durch ihre Neugier alles zerstört haben aber da fängt das menschliche ja erst an.

Lenny:
Das autonome Wesen ist ein treibendes Wesen.
Es hat Beine und Hände und kommt viel um die Welt.
Es ist frei von Gottesvorstellungen und ist sesshaft in sich selbst.
Eine volle Präsenz kann nur bei Abwesenheit von einer Erwartungshaltung und bei vollem Bewusstsein in die Realwelt treten.
Es will von niemandem Profit – verbindet sich lieber.

Gong anschlagen
Lied Servus spielen 

2. GONG


Diana:
Adam und Eva:
Sie wurden erwachsen geboren. Sie wissen nichts über die Kindheit.
Wenn ich als Erwachsener zur Welt komme und ich kriege ein Kind woher weiß ich wie dieses Wesen leben soll?
Ich hab ja dann keine Ahnung wie ich mich dazu verhalten soll.
Wie lange haben die im Paradies gelebt und wie war es so ganz allein dort?
Raum und Zeit gabs da vielleicht nicht aber, falls doch 
was haben die für Geschichten geteilt
bis sie dann auf die Idee kam diesen Apfel zu nehmen?
Das fällt dir doch nicht einfach so ein.
Wenn du in dem Zustand bist, indem du nichts entbehrst.
Woher kommt der Schmerz, die Enttäuschung, die Traurigkeit?
Wo kommt das her dass ich das Gefühl habe, dass ich doch diesen Apfel nehmen möchte?
Wer will hier die Entwicklung?
Den Ursprung der Trennung gab es vor diesem Wesen Adam und Eva nicht.
Die Erbsünde ist etwas was auf mich zukommt. Es kam von meinen Vorgängern.
Die Schlussfolgerung wäre, dass der Vorgänger Gott gewesen sein muss und Sünden heißt so weit ich weiß eine Form von Trennung.
Begehren gab es nicht – Es war ein Geschwisterwesen und sowohl Mann als auch Frau.
Es war ein zweigeschlechtlicher CYBORG.
Die Tatsache das man CYBORG's schaffen kann macht uns zu Göttern.
Aber viel wichtiger ist die Erschaffung des freien Willens.
Der Ursprung der Trennung.
Der sogenannte Schöpfer hat Trennung (Sünde) bereits bei der Schöpfung angelegt als Möglichkeit der freien Äußerung. Vielleicht damit etwas klar wird.
Er wollte wissen was sie wohl machen würden.
Oder es war ihm auch bisschen egal.
Sie ist aktiv.
Er lässt sich hinreißen.
Gehorsam sind sie beide nicht und das macht sie so menschlich.
Beide haben sich geschämt für diese Tatsache.
Die Vertreibung aus dem Paradies tritt ein und wir ziehen weiter.
Man könnte sagen der erste autonome Akt in der Menschheitsgeschichte wurde von Eva ausgeführt.
Danke.

Paul:
Du musst dir vorstellen alle haben geglaubt, dass Adam und somit auch all die Nachkömmlinge eine Rippe fehlt. Stell dir doch einmal vor was für ein Schock das war, als sie es dann im echten Leben aus dem blutigen Fleisch rausgeholt haben. Also die Schöpfungsrippe. Das Werkzeug. Alles hin.
Dann wurde Vesalius
 (der Begründer der Anatomie) mächtig dafür bestraft. 
Der Körper sprach seine eigenen Wahrheiten aus.
Wo hatte Gott bloß all die Jahre die Rippe versteckt?
Natürliche Gegebenheiten die durch Bilderansprüche so überwältigt werden.
Wie entstellt man solche Bilder?

Lenny:
Magst du kurz eine Rippe machen aus diesem Stück?

Diana formt die Rippe

Lenny:
Christine de Pizan versucht in ihrem Buch "Die Stadt der Frauen“ aus dem 14. Jahrhundert eine neue Version des christlichen Schöpfungsmythos zu schreiben.
Sie versucht sich mit ihren eigenen Mittel in ihrer Gerichtetheit gegen dieses Bild zu wehren, obwohl sie es natürlich auch nicht komplett infrage stellt.
Sie schreibt nur innerhalb ihrer Denkmöglichkeiten. Eben aus der Zeit heraus.

Lied Eva spielen

Diana:
Das autonome Wesen ist die Divergenz, Einheit und der Konflikt.
Es verfügt über die Gabe Dinge direkt anzusprechen. Ähnlich einem Bewusstsein über die Realwelt mit der es arbeitet. Es ist erotisch und bewegt sich nur für sich selbst wobei es den Blick der Betrachter*innen genießt.

3. GONG


Lenny nimmt die Rippe
Gong anschlagen

Lenny:
Das durch selbstverständliche Überzeugungen gestützte System, die erhaltende Macht, in die wir uns einfügen, war ORDO also die Ordnung. Aber dieser Gott heißt heute ODIN.
Eine Ordnung die allen Kindern dieser Welt das linke Auge abnimmt.
Etwas was ein Mängelwesen aus uns macht.

Lied Sterben spielen

Diana:
Sterben ist, das was passiert, wenn man Erwachsen wird und alles ist grausam.
ODIN bitte lass mich spielen, reagieren!
Ich bete meistens die Sonne an, aber wenn du hier reinschaust (deckt ihr linkes Auge zu) siehst du das ich auch ODIN angehöre.
Deswegen hast das du an deinem linken Auge nur eine Augenhöhle und kein richtiges Sehwerk mehr. Du siehst im Prinzip nur durch die Verbindung (eine Erinnerung).
In einem Schloss wo es einfach immer grundsätzlich kalt ist, sind alle Kinderaugen dieser Welt in einem Kühler drin. Und was ist unsere Aufgabe?

Paul:
Wir müssen das Auge wieder zurückholen.
Man kann natürlich auch einfach so tun als, ob man ein Kind wäre und das Auge eben nicht verloren hat. Wir sterben die ganze Zeit.
Eigentlich macht es mich in Zukunft nicht mehr unglücklich, dass ich ständig geboren werde und dann gleich anfange zu sterben.

Lenny:
Lass dich nicht blenden. Die Simulation bringt hier niemandem was. 
Sie lässt dich einzig und alleine ignorieren dass du eben doch unglücklich bist.
Du musst schon all deine Kraft aufwenden, um ein Bewusstsein zu erlangen.
Früher also ganz früher. Da haben sie mich anders genannt. Ich glaube daran das ich mal eine Frau war. Vielleicht hab ich deswegen so schrecklich Angst vor Schlangen. Heraus aus einem Schuldgefühl mein damaliges Leben nicht ausgenützt zu haben. Gefangen in dieser ewigen Schleife müssen wir arbeiten. An diesem großen Netzwerk das uns alle verbindet. Es macht uns menschlich.Ich sehe die Wiederholung, als Möglichkeit Prozesse zu verlangsamen und sie zu realisieren. Mantra artig zu dem zu werden was du bist.

Diana:
Mein LOOP ist Auflösung.
Wegen dieser Körper-Geist Dualität des Menschen gibt es auch LOOPS.
Immer überlebt ein Rest. Bei heftigen Gewaltakten löst sich was wie bei einem Störsignal.
Was bei Liebe ähnlich sein kann aber es schwingt mit dem LOOP mit.
Überlebt anders, weshalb alles weltliche vermutlich schwer ist.
Deswegen glaub ich das es diese vielen LOOPS in der Musik gibt und wir versuchen auf Null anzukommen. Aber wir arbeiten gleichzeitig so stark dagegen.
Überleben ist wohl festhalten aber da ist fließendes Wasser überall.
Jeder muss loslassen, weil sonst lebt man nicht bewusst.
Bis dahin lagern wir alles mögliche ab.
Wir sind dem nicht einfach ausgeliefert.
Es gibt mehr als diese Dualitäten.

KIMONO spielen
Mikrofonständer aufbauen bei Fußobjekt

4. GONG

RIKKE wird gespielt
Paul:
Bist du eigentlich eine Feministin?

Diana:
Ich bin Diana und alles ist Lüge was man denkt das ich wäre:
Ich handel nicht im Namen anderer Frauen.
Mich interessiert der Mut - und dafür möchte ich immer singen, tanzen, spielen, reagieren. 
Keine Angst zu haben vor der Macht - das könnte eine Freiheit sein
Leute
 die sich hinter Gruppen verstecken oder sich mit ihnen definieren haben Angst da draußen vor denen zu stehen die ihnen Gewalt wollen.
Wenn man Politik machen will, ist man bei der Kunst schlicht und einfach falsch angekommen. 
Die will Gesetze & Angepasstheit nämlich überhaupt nicht sondern sie will aus den ZIELEN in die SPIELE und alles wird solange durchgespielt bis wir eine neue Ordnung finden.
Darauf vertraut keiner, weil die politischen Figuren was anderes wollen und zwar Macht durch Abnahme von Selbstverantwortung.
Sei deine eigene Repräsentantin.
Warum sollte der Nazi in seiner Freizeit mit dem KORG Synthesizer nicht spielen dürfen vielleicht ist das der Maschine egal.
Füße und Positionen sind entscheidend.
Allerdings wird es schlimmer wenn man nicht mehr in der Lage ist Perspektiven zu wechseln und sich selbst begrenzt durch Angst auf Widerstände.

Lenny:
Wieso wird nicht mehr gespielt?

Paul:
Das autonome Wesen lässt sich nicht von irgendwelchen Gruppen instrumentalisieren, um politische Überzeugungen zu reproduzieren. Es entfernt sich automatisch von jedem/jeder der/die Macht will wie auch von denen deren Motive ideologischer Herkunft sind.

Lenny:
Wir müssen jetzt losziehen und unsere Eindrücke so komprimieren, dass es für uns irgendwie Sinn macht. Weiter nicht nur von dieser Utopie die wir Autonomie nennen träumen sondern daran arbeiten. An diesem Begriff. Ihn durch unsere Aktionen definieren. Und wenn die Definition uns nicht weiterbringt soll das Chaos uns führen.
Wir haben Vertrauen in das Menschliche.



Das autonome Wesen - live

auf Einladung von REFORM ACT / V ARE aufgeführt in der Notgalerie Wien 

Mittwoch, 24. Januar 2018

Wie soll ich da Geld verdienen? + 1903 Ratschlag von Rilke

Was für ein Zufall, dass wir uns auf eine neue Zeit hinbewegen, wo wir dachten, dass sowas wie die Einschränkung von Pressefreiheit und der Ausbau faschistische Systeme im deutschsprachigen Raum nicht mehr so leicht möglich wären und gleichzeitig das Sprechorgan Kunst sich in eine Politik der Ästhetik verwandelt hat, wo Artist-Statements mehr einer szenischen Büromelancholie von Lebensweisen einer männlich-dominierten Mittelschicht ohne Bezug zur Realität ähneln. 
Aber dazu muss man nicht mal hingehen. 
Es reicht schon der „Beistoff“ auf Instagram und Facebook, um zu verstehen was durchkommen soll. 
Es ist wohl ein völlig normales Abbild und sollte nicht kritisiert werden – wenn sich angeblich alternative Szenen in Karrieren etablieren wollen. 
Ist ja eh nicht verwerflich vom Markt eingespeist werden zu wollen. 
Wir brauchen Anerkennung und fixes Gehalt. 
Wenn die Kunst nur das reflektieren soll, was als Zeitgeist gültig ist, wird es vermutlich schwer werden, wenn es dann so richtig losgeht mit Freiheitseinschränkungen. 
Die Sprache, um mich zu äußern, ohne diese Dinge dauernd einzubauen in meinen Diskurs, fehlt mir dann. Um aus der Idee zu treten, dass das Kapital uns hilft Autonomie zu erlangen, bedarf es der Möglichkeit miteinzubeziehen, dass Wagnis und Mut zur Lächerlichkeit notwendig sind um Kunst machen. 

(eine anderen Ratschlag gibt Rilke 1903 - Ein Kunstwerk ist gut wenn es aus der Notwendigkeit entstand. ) Es sollte in jeder Kunsthochschule gelehrt werden: Wir können im „Außen“ kein vertrauenswürdiges Kunstwerk finden.